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Geschichte Seit 125 Jahren mit klingendem Spiel dabei

1880 gegründet: Die Stadtmusik Zofingen ist aufs Engste auch mit dem Kinderfest verbunden.

Juli 2005

Wenn morgen Freitag Zofingen sein Kinderfest feiert, sind es nicht nur Kanonenschüsse vom Heiternplatz herab, sondern auch die Stadtmusik mit ihrem klingenden Spiel, das die Stadt zum festlichen Leben erweckt. Dieses Jahr ist sie zum 125. Mal dabei - 1880 gegründet, begeht die Stadtmusik Zofingen heuer ihren 125. Geburtstag.

von KURT BLUM

Bereits in den Jahren 1842 bis 1877 - mit Unterbrechungen - haben in Zofingen nacheinander drei Blechmusikvereine bestanden. Die jetzige Stadtmusik geht zurück auf die am 7. Februar 1880 durch die drei Gebrüder Eduard, Josef und Hans Huber sowie Rudolf Bachmann mit weiteren sechs Bläsern aus Zofingen und der näheren Umgebung gegründete Blechmusikgesellschaft Zofingen. An der Gründungsversammlung wurde ein dreiköpfiger Vorstand gewählt, bestehend aus Eduard Huber, Präsident, Rudolf Bachmann, Aktuar, und Adolf Siegrist, Kassier.

"Hebung und Veredlung der Musik"

Schon am 22. Februar 1880 trat die Blechmusikgesellschaft Zofingen zu einer weiteren Sitzung zusammen, in der die Statuten beraten und genehmigt wurden. Darin wurde in Paragraph 1 der Zweck des Vereins wie folgt umschrieben: "Der Verein bildet sich zur Hebung und Veredlung der Musik, zum Genusse des gesellschaftlichen Lebens, und zur Einigung dessen Mitglieder durch Freundschaft und nationale Gesinnung." Zur Bestreitung der Ausgaben der Gesellschaft hatte jedes Mitglied monatlich einen Beitrag von 1.50 Franken zu entrichten. Der Passivrmitgliederbeitrag wurde auf 5 Franken pro Jahr festgesetzt. Neu in den Verein eintretende Mitglieder hatten ein Eintrittsgeld von 2 Franken zu bezahlen. Für Musikanten, die ohne genügenden Grund innert Jahresfrist wieder austreten, wurde eine Geldbusse von 15 Franken statuiert. Schliesslich sah eine weitere Bestimmung die Abhaltung einer Übung pro Woche vor. Aber schon in der Sitzung vom 25. März 1880 schlug ein Mitglied vor, wenn tunlich jede Woche sich zu zwei Übungen zu treffen, was einstimmig gutgeheissen wurde. Als Übungslokal stand ein Saal im Zunfthaus zu Ackerleuten in der Unterstadt zur Verfügung. Die musikalische Leitung hatte Daniel Läubli inne. Dass die junge Gesellschaft mit ihren Finanzen haushälterisch umzugehen wusste, geht aus dem an der Generalversammlung vom 25. August 1880 erstatteten Rechnungsbericht hervor, indem schon im ersten Halbjahr bei 596.55 Franken Einnahmen und 322.20 Franken Ausgaben ein für damalige Zeiten wohl nicht unbedeutender Aktivsaldo von 274.35 Franken erzielt werden konnte. Dem Wunsch einiger Passivmitglieder entsprechend, fasste die Blechmusikgesellschaft Zofingen an ihrer Generalversammlung vom 12. September 1881 den Beschluss, künftig wie ihre Vorgängerinnen den Namen Stadtmusik Zofingen zu führen. Diese entfaltete bereits in den ersten Jahren ihres Bestehens eine rege musikalische Tätigkeit. Auch sonst fehlte es ihr nicht an Unternehmungslust, denn schon am 17. Januar 1881 beschlossen die Musikanten, im Sommer ein Blechmusikfest durchzuführen.

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Das erste Vereinsfoto: Die Stadtmusik Zofingen im Jahr 1886.

Auf die ergangenen Einladungen meldeten sich 9 Vereine mit 110 Musikanten an. In der Folge hielten aber nur die Vereine von Niederhallwil und Sissach ihre Anmeldungen aufrecht, was die Veranstalter bewog, auf ihr Vorhaben zu verzichten.

Mit Bussen belegt ,,,

Der Leitung der Stadtmusik blieben aber auch andere Enttäuschungen nicht erspart, indem sie sich über mangelnde Disziplin ihrer Mitglieder und schlechten Probenbesuch beklagen musste. Der Vorstand wurde deshalb ermächtigt, die Fehlbaren mit Bussen zu belegen. Im Lauf des Jahres 1881 trat Daniel Läubli als Direktor zurück und wurde am 15. September durch den in Zofingen wirkenden Musikdirektor Ernst Fröhlich ersetzt. Nachdem die Stadtmusik bisher nur eine einheitliche Kopfbedeckung als Merkmal ihrer Gemeinschaft besass, entschloss sie sich 1882 zur Anschaffung von braunen Röcken mit Hüten. Im Jahr 1883 sah sich die Gesellschaft veranlasst, die in den Statuten verankerten Aktivmitgliederbeiträge abzuschaffen, was namentlich dem Umstand zuzuschreiben war, dass die Stadtmusik auf die Mitwirkung auswärtiger, namentlich in Strengelbach wohnender Musikanten angewiesen war. Der Ausfall an Einnahmen wurde durch eine erfolgreiche Passivmitglieder-Werbung seitens einiger Musikfreunde mehr als wettgemacht, konnte doch der Bestand an Passivmitgliedern von 51 auf 113 erhöht werden. Weil offenbar die Gelder der Passivmitglieder und die Einnahmen aus den Konzerten und der Mitwirkung bei den Zofinger Festanlässen den Finanzbedarf nicht zu decken vermochten, wurde ausserdem an Sonntagen in Wirtschaften in Zofingen und in der näheren Umgebung sowie an den Chilbianlässen in der Luzerner Nachbarschaft musiziert. Schon bald sorgte sich der Verein um seinen Nachwuchs, denn im Winter 1882 und 1883 beauftragte er Rudolf Bachmann mit der Instruktion von jungen Musikanten. Durch Tod, Wegzug und Austritt von Mitgliedern hatte die Stadtmusik einen steten Wechsel in ihrem Bestand zu verzeichnen, sodass sie 1885 mit einem Aufruf versuchte, neue Aktivmitglieder zu gewinnen. Auch wurden Anfängerkurse veranstaltet, in denen Interessenten kostenlos in der Blasmusik unterrichtet wurden. In der Uniformierung wurden 1885 weitere Schritte unternommen, indem die bisherige Bekleidung durch Hosen und Mützen ergänzt wurde. Unter der fachkundigen Leitung von Direktor Ernst Fröhlich (er wirkte von 1881 bis 1909) und der zielbewussten Führung von Präsident Eduard Huber (er amtete von 1880 bis 1908) machte die Stadtmusik im zweiten Jahrzehnt ihres Bestehens auf musikalischem Gebiet gute Fortschritte und hatte immer mehr an Ansehen bei der Bevölkerung gewonnen. Sogar die Behörde liess sich von dieser erfreulichen Entwicklung beeindrucken, denn der Stadtrat hatte der Stadtmusik Zofingen 1891 zum Dank für ihre Dienstleistungen bei verschiedenen Veranstaltungen eine Gratifikation ausrichten lassen.

Literatur: «Das Volksmusikwesen unserer Heimat, zum fünfzigjährigen Jubiläum der Stadtmusik Zofingen», verfasst von Gustav Gross (1930). «1880–1955: 75 Jahre Stadtmusik Zofingen, Jubiläumsschrift», verfasst von Hugo Eichenberger (1955). «Stadtmusik Zofingen: Jubiläum 1880–1980», verfasst von Hans Lehmann (1980).


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